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Redispatch 2.0 droht Start mit Bruchteil der Netzbetreiber

PowerPolicy

13 May 2022 11:14

Foto: Shutterstock.com

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Berlin

13 May 2022 11:14

(Montel) Weniger als drei Wochen vor Ablauf der Übergangsfrist sind nur rund 15% der deutschen Strom-Verteilnetzbetreiber für die Integration der Erneuerbaren ins Redispatch 2.0 gerüstet, zeigten BDEW-Daten aus dieser Woche.

Der Branchenverband listet aktuell 134 Verteilnetzbetreiber auf, die bis 1. Juni in der Lage sein wollen, den bilanziellen Ausgleich von Redispatch-Maßnahmen zu gewährleisten. In Deutschland gibt es nach den jüngsten Angaben des Statistikdiensts Statista 868 Verteilnetzbetreiber für Strom.

Zwei Wochen zuvor hatte der BDEW auf seiner Liste nur 58 Verteilnetzbetreiber aufgeführt, die in der Lage sind, das Herunterregeln der Produktion von Wind- und Solaranlagen auch bilanziell auszugleichen.

Dieser Ausgleich ist das Kernstück des erneuerten Redispatch-Systems, das die Erneuerbaren-Regeln an die für die konventionellen Kraftwerke angleicht. Redispatch 2.0 soll das bisherige Abregeln ohne Ausgleich ersetzen, das bisher Netzengpässe mit einem „Stochern im Nebel“ lindern soll und für Unternehmen mit Vermarktungsrisiken einhergeht.

Uneindeutiger Prozess
„Als größter Vermarkter erneuerbarer Energie begrüßt Statkraft die Absicht, die hinter der Einführung des Redispatch 2.0 steht. Redispatch 2.0 geht in die richtige Richtung“, sagte deswegen auch Statkraft-Sprecherin Judith Tranninger zu Montel.

„Statkraft vermarktet über 1.700 Anlagen in der Direktvermarktung. Dafür brauchen wir robuste, auf automatisierter Infrastruktur basierende Prozesse“, so Tranninger. Der aktuelle Prozess sei aber „aufwendig und uneindeutig“.

Auch die Stadtwerke München sehen den Einführungsprozess, der eigentlich zum 1. Oktober 2021 abgeschlossen sein sollte, weiter kritisch.

„Übergeordnete Projektsteuerung scheint zu fehlen“, sagte SWM-Sprecher Michael Silva zu Montel.

So sei etwa die „Abstimmung der Ausfallarbeit nach wie vor hochgradig manuell und schwierig in der Abstimmung mit den jeweiligen Betreibern“, Daten seien unvollständig oder gar nicht vorhanden und Netzbetreiber meldeten Redispatch-Abrufe nicht verlässlich, so Silva.

Die Bundesnetzagentur hat vor dem Hintergrund der Probleme bei der Einführung daher die eigentliche Übergangsfrist zum 1. Juni aufgeweicht, nachdem die Übertragungsnetzbetreiber vor einem „Risiko für die Systembilanz“ gewarnt hatten. 

Die bislang 85% an noch nicht bereiten Verteilnetzbetreibern sollen daher auch nach Fristende noch nicht am Erneuerbaren-Redispatch teilnehmen.

„Zum Anteil der Anlagen in den Verteilernetzen, die am 1. Juni 2022 noch nicht am Redispatch 2.0 werden teilnehmen können, liegen der Bundesnetzagentur keine Angaben vor“, teilte die Bundesnetzagentur kürzlich Montel mit.

Einbezogen werden sollten grundsätzlich alle Anlagen mit mehr als 100 kW.

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