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EU-Kohlemarkt bleibt knapp versorgt – Analystin

Kohle

22 Sept 2022 10:56

Foto: Adam J, Shutterstock

Foto: Adam J, Shutterstock

Frankfurt

22 Sept 2022 10:56

(Montel) Der europäische Kohlemarkt sollte auch in den kommenden zwei Wintern auf eine knappe Versorgungslage blicken, sagte Alpiq-Analystin Diana Bacila auf dem Montel German Energy Day in Düsseldorf. Sie verwies auf Versorgungsunterbrechungen und eine hohe Nachfrage.

„Es dürfte im Markt [in den nächsten zwei Wintern] ziemlich eng werden“, sagte sie. Danach sollten alternative Energiequellen wie LNG etwas Druck aus dem Markt nehmen.

Einer der Gründe für die knappe Versorgung dürfte die anhaltende Steinkohlenachfrage aus Deutschland sein, sagte Bacila. Das Land müsse genug Kohle vorhalten, um im Winter mindestens 30 Tage an Kohleversorgung abzusichern.

Sie ging davon aus, dass große Teile der deutschen Steinkohleflotte von 19,1 GW im Winter am Markt verfügbar sein dürften. Bei einer geschätzten Auslastung von 80% dürfte das Land 4 Mio. t in 30 Tagen verbrauchen.

Die Kohle sei höchstwahrscheinlich zwar bereits in den Lagern vorhanden, aber Deutschland müsse diese Lager konstant wieder auffüllen, wenn die Kohle im Winter verbraucht werde.

„Wir werden in Zukunft weiter Steinkohle brauchen und im Moment ist nicht wirklich genug Angebot vorhanden, um die Nachfrage abzudecken“, sagte sie.

Das europäische API2-Frontjahr für Kohle stieg von 123,35 USD/t vor einem Jahr auf 281,25 USD/t am Mittwoch.

Weltweite Störungen
Die knappe Versorgungslage in Deutschland habe sich allerdings schon deutlich vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine eingestellt, der im August zu einem europäischen Verbot für die Einfuhr russischer Kohle geführt hatte.

Im vergangenen Winter hatten Wetterereignisse beispielsweise die Kohleexporte aus Australien und Indonesien reduziert, während Länder wie Südafrika und Kolumbien mit Infrastrukturproblemen zu kämpfen haben oder es Aufstände gegen die Kohleförderung gibt.

Auch die USA stünden – trotz der hohen Preise – derzeit nicht bereit, um mit ihrer Kohle „die Welt zu retten“, sagte Bacila. Die hohen Gaspreise hatten auch in den USA eine höhere Nachfrage nach Kohle ausgelöst, Förderkapazitäten wurden aber in der Vergangenheit stillgelegt.

Weltweit steht kaum noch Kapital für die Investitionen in neue Kohleförderkapazitäten zur Verfügung, weil diese der Energiewende entgegenstünden.

„Insgesamt ist alles sehr angespannt“, sagte Bacila.

Die Engpässe sollten dazu führen, dass Europa in Zukunft häufig auch um Kohle – und nicht nur um LNG – mit Asien konkurriert. Immer wenn es zu Störungen in traditionellen Lieferländern wie Kolumbien komme, dürfte sich Europa nach Asien orientieren und dort dürfte Australien dann den Preis setzen, so Bacila.

Der Newcastle-Index von Global Coal – ein Leitwert für den Kohlehandel im Pazifik – wurde zuletzt bei 435,81 USD/t ermittelt, nach 188,75 USD/t vor einem Jahr.

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