Montel Logo

    Wählen Sie Ihre bevorzugte Sprache:

  • * Die türkische Ausgabe von Montel-Foreks benötigt einen separaten Testzugang oder eine eigene Lizenz.

Hell

Technical maintainance

Montel Online is currently unavailable due to technical maintenance.

Strom sollte erst gegen 2030 unter 100 EUR fallen – Enervis

GasStrom

22 Sept 2022 09:53

Foto: Shutterstock

Foto: Shutterstock

Frankfurt

22 Sept 2022 09:53

(Montel) Die deutschen Spotpreise für Strom dürften erst gegen Ende des Jahrzehnts wieder unter 100 EUR/MWh fallen, vor allem wegen der noch hohen Gaspreise und eines bestehenden Kapazitätsengpasses, erwartete das Berliner Energieberatungshaus Enervis.

„Es ist zu erwarten, dass die deutschen Spotpreise in den späten 2020er Jahren wieder unter 100 EUR/MWh fallen werden“, sagte Tim Steinert, Analyst bei Enervis, beim German Energy Day von Montel in Düsseldorf.

„Erst nach 2030 und danach, mit mehr erneuerbaren Energien und einem sinkenden Anteil von Gas [im Strommix], werden wir eine Lockerung der Korrelation [von Gas und Strom] sehen“, sagte er.

Die deutschen Strompreise sind in den vergangenen Monaten im Zuge der europäischen Gaskrise, die durch den russischen Einmarsch in der Ukraine und die anschließende Reduktion der russischen Gasimporte nach Europa ausgelöst wurde, in die Höhe geschossen.

Der TTF-Frontmonat handelte zuletzt bei 192,50 EUR/MWh, ein Anstieg von 1,26 EUR gegenüber dem Vortag, zeigten Daten von Ice Endex. Damit liegt der Kontrakt deutlich über dem Niveau von rund 50 EUR/MWh im September 2021.

Das deutsche Stromkalenderjahr handelte an der EEX zuletzt um 4 EUR schwächer bei 520 EUR/MWh, während der Kontrakt im September 2021 an der EEX nur 75 EUR/MWh gekostet hatte. Derzeit erhöht ein Anstieg von 1 EUR/MWh bei Gas die Kosten für Strom um 1-1,2 EUR/MWh, fügte Steinert hinzu.

Nur ein „signifikanter“ Ausbau der erneuerbaren Kapazitäten und flexiblere Nachfragemuster könnten die Verbindung zwischen Strom und Gas aufheben.

Markteingriff?
Eine Entkopplung der Strom- und Gasmärkte durch politische Eingriffe – eine Maßnahme, die derzeit in der EU diskutiert wird, um die Energiepreise für die Endkunden zu senken – sei „keine gute Idee“, so Steinert.

„In den Markt selbst einzugreifen und das Signal der Gas- und Stromknappheit zu verfälschen, ist keine gute Idee“, sagte Steinert und wies darauf hin, dass solche Maßnahmen das Potenzial haben, den Markt zu verzerren.

Marktexperten haben wiederholt davor gewarnt, dass jegliche Eingriffe in den Markt die Preissignale verzerren und zu unerwarteten Effekten führen könnten, ohne das eigentliche Problem, nämlich die Strom- oder Gasknappheit, zu lösen.

„Man muss den [Gas-]Preis senken, indem man die Nachfrage senkt und Ersatz für russisches Gas auf den Markt bringt“, sagte Steinert. Allerdings sei Gas derzeit nicht der einzige Treiber für Strom, fügte er hinzu.

Steinert verwies auf die Dürre in Europa, die sich auf die Kohleversorgung und die Kühlprozesse in Kohle- und Kernkraftwerken in ganz Europa auswirkt und dazu geführt hat, dass die Verfügbarkeit der Wasserkraft in diesem Jahr im Vergleich zu 2021 um 25% gesunken ist.

Ein weiterer Faktor sei die Nichtverfügbarkeit französischer Kernkraftwerke, die in diesem Jahr voraussichtlich 30 % weniger produzieren werden als im vergangenen Jahr. Auch die abnehmende Liquidität auf den außerbörslichen Märkten führe zu einem Preisanstieg, so Steinert.

Die Explosion der Energiekosten infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat die Kosten zur Deckung der mit den Geschäften verbundenen Kreditrisiken erhöht, was in diesem Jahr zu einem Einbruch der Liquidität geführt hat.

Share this article on:

URL copied!

English newswire snapshot

Montel verwendet Cookies, um diese Website zu verbessern. Durch die weitere Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Lesen Sie mehr über Cookies und unsere Datenschutzbestimmungen.