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Versorger warnen vor Produktionskürzungen wegen Hitze

KohleStrom

04 Aug 2022 10:50

Foto: Uniper

Foto: Uniper

Frankfurt

04 Aug 2022 10:50

(Montel) Erste Versorger in Deutschland haben in dieser Woche vor Kürzungen bei der Stromversorgung gewarnt, da der erschwerte Kohletransport über den Rhein die Brennstoffversorgung gefährdet. Zudem schränken hohe Wassertemperaturen die Kraftwerkskühlung ein.

„Vom 4. August bis zum 7. September kann es im Block Datteln 4 (1.050 MW) zu einem unregelmäßigen Betrieb kommen, da die Kohlemengen vor Ort aufgrund des niedrigen Wasserstands des Rheins begrenzt sind“, teilte der deutsche Energieversorger Uniper am Donnerstag auf der EEX-Transparenzseite mit.

Außerdem warnte Uniper auch vor einem möglichen „unregelmäßigen Betrieb" des Blocks Staudinger 5 (510 MW). Die Einschränkung des Kraftwerks, am Rhein-Nebenfluss Main in Hessen gelegen, soll auch bis zum 7. September andauern.

Die Wasserstände im Rhein, Deutschlands wichtigster Wasserstraße für den Transport von Kraftwerkskohle, sind auf ein 20-Jahrestief für diese Jahreszeit gesunken, hatte Montel am Mittwoch berichtet.

Der Pegel am wichtigen Messpunkt Kaub zwischen Koblenz und Mainz lag zuletzt bei 55 Zentimetern und könnte bis Sonntag auf 46 cm sinken, zeigten Daten des Elektronischen Wasserstraßen-Informationsdienstes (Elwis) am Donnerstag.

Auch der Kohlekraftwerksbetreiber Steag teilte mit, die Lage könne noch kritisch werden. „Die Lage ist angespannt, aber die Probleme sind noch händelbar. Bei einer Verstetigung der Situation kann es aber letztlich zu Problemen bei der Versorgung kommen“, sagte Unternehmenssprecher Daniel Mühlenfeld.

Dies sei zurzeit aber noch nicht in Sicht, da die Bevorratungslage an den per Schiff belieferten Kraftwerksstandorten „gut bis sehr gut“ sei.

Gute Kohleversorgung
Auch bei der ENBW seien die Kohlevorräte ausreichend, sagte eine Sprecherin und fügte hinzu, dass das Unternehmen das zweite Quartal dieses Jahres genutzt habe, um sich mit Kohle einzudecken.

Die Kohlekraftwerke verfügten derzeit über „einen hohen Bestand“, sagte sie.

Probleme mit der Kühlung
Bezüglich des Kühlwassers fügte sie hinzu, dass die Reservekraftwerke Heilbronn 5 und Heilbronn 6 (je 125 MW), Marbach (262 MW) und Walheim (244 MW) derzeit von hohen Flusstemperaturen betroffen seien, nannte aber keine weiteren Details.

Andere Blöcke hätten aktuell keine Kühlprobleme, so ENBW.

Andere Betreiber waren für eine Stellungnahme nicht sofort zu erreichen, wobei das bayerische Wirtschaftsministerium Ende Juli warnte, dass der Betreiber des Steinkohlekraftwerks Zolling (472 MW), Onyx, darüber nachdenke, die Kohleversorgung teilweise auf eine Belieferung per Lkw sicherzustellen. Grund hierfür seien Kapazitätsengpässe bei der Bahn, hatte es geheißen.

Sollten die niedrigen Flusspegel die Kohleverstromung behindern, könnte dies die derzeitige Energiekrise noch verschärfen, da durch den vermehrten Einsatz von Kohle Gas in der Verstromung gespart und eingespeichert werden könnte.

Deutschland will seine Gasspeicher bis zum 1. November zu 95% füllen um sich vor dem Hintergrund der russischen Gaslieferkürzungen auf den Winter vorzubereiten.

Erst im vergangenen Monat hatten die Kraftwerksbetreiber gegenüber Montel vor einem drohenden Engpass bei der Kohleversorgung aufgrund der niedrigen Flusspegel während der derzeitigen Hitzeperiode gewarnt, deren Ende nicht absehbar ist.

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