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Heißer Juli gefährdet Kohletransport auf dem Rhein

KohleStromWetter

01 Jul 2022 12:32

Photo: Shutterstock.com

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Frankfurt

01 Jul 2022 12:32

(Montel) Heißes und trockenes Wetter könnte bereits Ende Juli zu einem Verbot der Kohleverschiffung auf dem Rhein führen. Der Kurzfristpreis für Strom könnte damit stundenweise bis auf 800 EUR/MWh steigen, sagten Meteorologen diese Woche gegenüber Montel.

„Es sieht so aus, als ob es eine längere sommerliche Periode mit heißen Temperaturen geben wird, die in der Kalenderwoche 28, also Mitte Juli, beginnt und bis zur ersten Augustwoche andauern könnte“, sagte Robin Girmes, Meteorologe bei Energy Weather.

„Wenn der Juli zu trocken ausfällt, und danach sieht es derzeit aus, dann könnten wir Ende Juli ein Schifffahrtsverbot auf dem Rhein sehen“, sagte er. Das Verbot käme damit „sehr früh“.

Der Rhein ist die wichtigste Wasserstraße für die Brennstoffversorgung von deutschen Kohlekraftwerken. Mit sinkenden Pegelständen müssen die Schiffe ihre Ladung reduzieren oder der Fluss wird gänzlich unpassierbar für Kohlefrachter.

Verschärft wird die Lage durch einen akuten Mangel an Frachtern, hatte Montel am Donnerstag berichtet.

Der Pegelstand in Kaub – westlich von Wiesbaden – lag zuletzt bei 143 cm. Sinkt der Pegel unter 80 cm, werde die Schifffahrt eingestellt, so Girmes.

Dies war zum Beispiel im Hitzejahr 2018 der Fall, als der Pegel einen Tiefstand von 25cm erreichte – allerdings erst im Oktober.

Auswirkungen auf die Preise
Damit könnte der Stundenpreis im deutschen Strommarkt von derzeit rund 300 EUR/MWh bis auf 800 EUR/MWh steigen, so Girmes. Dies würde die aktuelle Energiekrise noch verschärfen, die durch die Angst vor einem Gas-Lieferstopp aus Russland ausgelöst wurde.

Auch Julian Telford, Leiter des Bereichs Energie des britischen Wetterdienstleisters MetDesk, sah ein höheres Risiko für eine trockenere und heißere zweite Julihälfte.

„Daher gehe ich auch von weiteren Problemen mit den Flusstemperaturen und der Wasserführung aus“, sagte er.

Die Pegelstände in Kaub könnten bis zur Woche ab dem 11. Juli auf 100 cm fallen, so Telford.

Niedrige Flusspegel könnten sogar bis zum Ende des Sommers anhalten, befürchteten die Meteorologen der Commodity Weather Group.

„Wenn sich die Vorhersage für den trockeneren Juli bewahrheitet, dürften die Pegelstände in den nächsten Wochen sinken“, sagte William Henneberg, Meteorologe des Wetterdienstes.

Knappe Kapazitäten
Eigentlich hatte die Bundesregierung geplant, eine Reihe von Kraftwerken aus Reserven zurück in den Markt zu holen oder die geplante Stilllegung zu verschieben, um über die Sommermonate Gas für den Winter zu sparen. Von den Ersatzkraftwerken mit einer Gesamtkapazität von 10,4 GW entfallen 6,9 GW auf Steinkohleanlagen.

Der Bundesrat soll die gesetzliche Grundlage hierfür am 8. Juli beraten, damit die Kraftwerke schnellstmöglich wieder am Markt verfügbar sind.

Der Einsatz der Kraftwerke sei vor dem Hintergrund der Probleme in der Rheinschifffahrt allerdings eine Herausforderung, hatten Marktteilnehmer gesagt.

Niedrige Pegelstände könnten zudem auch anderen Orten für die Verknappung von Kraftwerkskapazitäten sorgen, weil mit ihnen das Risiko für höhere Wassertemperaturen steigt.

In Frankreich führen warme Flusstemperaturen und niedrige Durchflussgeschwindigkeiten häufiger zu Einschränkungen bei der Kühlung von Kernkraftwerken. Frankreich könnte in diesem Jahr damit erstmals seit 20 Jahren wieder zu einem Nettoimporteur für Strom werden, hatte Montel berichtet.

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