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Wien plant Zwangsregel für Befüllung von Gasspeicher Haidach

GasPolitik

13 May 2022 12:20

Berlin

13 May 2022 12:20

(Montel) Die österreichische Bundesregierung arbeitet an Regelungen, um ein Auffüllen des Gazprom-Gasspeichers Haidach erzwingen zu können, sagte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) am Freitag am Rande einer Pressekonferenz.

„Wir werden jetzt nicht mehr lange zuschauen. Wir werden normative Mittel finden, Folgendes zu erreichen: Entweder die jetzigen Speicherbetreiber, Rechteinhaber werden beginnen, das zu befüllen, oder wir werden eben Wege finden, dass das auf andere Weise passiert“, sagte Kogler.

Dies laufe aber nicht zwangsläufig auf eine Verstaatlichung hinaus, so Kogler. Es könne auch eine Nutzen-oder-Abgeben-Regelung für die Speicherrechte geben.

Die österreichische Bundesregierung sei darüber im Austausch „mit anderen Ländern“, so Kogler.

Der Gasspeicher Haidach gehört zu zwei Dritteln der GSA, einer Tochter der russischen Gazprom, während ein Drittel zur Astora gehört, die wiederum Teil der mittlerweile unter deutscher Treuhandschaft befindlichen Gazprom Germania ist.

GSA vermarktet damit 21,3 TWh, Astora 11,3 TWh des Speichervolumens, das zudem nur an das deutsche Gasnetz der Open Grid Europe angeschlossen ist.

Im Speicher hält Gazprom wiederum Nutzungsrechte. Während der GSA-Teil dabei komplett leer ist, steigt der Füllstand des Astora-Teils seit Wochen kontinuierlich auf zuletzt 27,2%, so Angaben von Gas Infrastructure Europe.

Es gehe nicht, dass einer der größten Speicher „aus Erpressungsgründen“ leer bleibe, sagte Kogler.

Am Vortag hatte die deutsche Bundesnetzagentur die Hoffnung geäußert, dass Gazprom seine Nutzungsrechte am norddeutschen Speicher Rehden durch das Einstellen von Zahlungen verliert, nachdem Astora als Speicherbetreiber seit Mittwoch auf einer russischen Sanktionsliste steht.

Die Sanktionen verbieten russischen Partnern Geschäfte mit Astora, sodass auch kein russisches Gas mehr in den Speicher fließen kann.

Mit anderen Nutzern lasse sich der Speicher leichter füllen, hoffte BNetzA-Präsident Klaus Müller.

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