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Risiko für „Energie-Triage“ in Deutschland wächst – Expertin

GasStrom

29 Apr 2022 10:47

Foto: gunawand3570, shutterstock.com

Foto: gunawand3570, shutterstock.com

Berlin

29 Apr 2022 10:47

(Montel) Wegen des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine droht Deutschland im schlimmsten Fall eine „Triage“-Situation, bei der die Energieversorgung zwischen Bürgern und Industrie nach Prioritätsaspekten erfolgt, sagte Kirsten Westphal, Vorständin der Stiftung H2Global, am späten Donnerstag.

„Wir kommen von einer Preiskrise, die bereits enorme Verwerfungen verursacht hat, in eine Energiekrise, die jetzt auch eine Versorger- und Versorgungskrise ist“, sagte Westphal bei einer Diskussionsrunde der Acatech-Initiative „Energiesysteme der Zukunft“ (Esys).

„Wir sehen beim Erdgas, dass sich Verteilungskonflikte sogar zwischen Industrie und Haushalten als geschützten Kunden abzeichnen, weil wir Industrien haben, die wegbrechen und kaputtgehen könnten“, so Westphal, die zuvor das Projekt „Geopolitics of Energy Transformation – Hydrogen“ bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) leitete.

Die Debatte über eine Umkehrung der Prioritäten im Falle einer Gasknappheit hat in dieser Woche Fahrt aufgenommen, da Stimmen aufkamen, die Industrie anstatt der Haushalte zu bevorzugen.

Damit stelle sich zusehends die Frage, ob Deutschland vor einer „Energie-Triage“ stehe.

Die Energiepolitik-Expertin sprach sich dafür aus, die Energie-Interdependenzen mit Russland viel stärker unter dem Blickpunkt der Vulnerabilität betrachten. 

Zusammen mit der Klimakrise sei durch den Krieg Russlands in der Ukraine eine doppelte Dringlichkeit zur Substitution des russischen Energiesektors entstanden. „Wir sehen hier einen Paradigmenwechsel ähnlich wie in der Sicherheitspolitik“, sagte Westphal.

Es sei aber immer noch nicht klar, wie die künftigen Transformationspfade im Energiesystem konkret aussehen müssen. Neben den sich abzeichnenden Verteilungskonflikten gebe es zudem große Unsicherheiten bezüglich Preisen, Mengen und Arten von künftig benötigter Energie.

Hohe Preise

„Wenn ich mir die Importabhängigkeiten von Deutschland in Bezug auf Energie anschaue, dann denke ich, dass wir kurz- und mittelfristig in neue bilaterale Abhängigkeiten kommen, wenn es um die Versorgung mit LNG, erneuerbaren Energien oder anverwandter grüner Moleküle aus erneuerbaren Energien geht“, sagte Christoph Sievering, Leiter Energiestrategie und Energiepolitik beim Chemiekonzern Covestro.

Zwar falle es bei der Frage langfristiger Auswirkungen noch schwer, über quantitative Auswirkungen zu sprechen. Wenn es um die Unabhängigkeit von russischem Gas gehe, so würden aber wahrscheinlich kurz- und mittelfristig – etwa für zehn Jahre – relativ hohe Energiekosten erreicht und auch gehalten werden, so Sievering.

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