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Nötige Gasverstromung erzwingt Kohleausstieg bis 2030 – FDP

GasKohleCO2Strom

16 Aug 2021 09:38

Photo: Shutterstock.com

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Frankfurt

16 Aug 2021 09:38

(Montel) Die Stromerzeugung aus deutschen Gaskraftwerken würde im Jahr 2030 bereits das komplette CO2-Budget für fossile Energieträger aufbrauchen und damit keinen Platz mehr für Kohlekraftwerke lassen, sagte die FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser am Montag.

„Die angepassten CO2-Reduktionsziele lassen sich 2030 bei vorgegebenen 65% erneuerbaren Energien faktisch nur noch mit Gaskraftwerken erreichen“, sagte Weeser zu Montel.

Die Energiepolitikerin beruft sich dabei auf Berechnungen der Bundesregierung zu dem Emissionsbudget sowie den angenommenen CO2-Emissionen aus fossilen Kraftwerken. 

Demnach stößt ein Gaskraftwerk im Durschnitt 375.000 t CO2 pro erzeugter TWh Strom aus. Für Steinkohle sind es 764.000 t/TWh und für Braunkohle 1.008.000 t/TWh.

Wenig Raum für Strom
Der Bundestag hatte im Juni mit der Novellierung des Klimaschutzgesetzes eine Jahresemissionsmenge für die Energiewirtschaft von 108 Mio. t im Jahr 2030 festgelegt.

Für die tatsächliche Stromerzeugung stünden nach Zahlen der Bundesregierung aber nur 83,7 Mio. t zur Verfügung, weil im Jahr 2030 voraussichtlich 24,3 Mio. t durch Heizwerke und Raffinerien erzeugt werden dürften.

Der deutsche Stromverbrauch sollte bis 2030 dagegen auf 655 TWh ansteigen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) im Juli.

Wenn Deutschland sein 65%-Erneuerbaren-Ziel für 2030 behält, dann bedeutet Altmaiers vorläufige Prognose, dass die Erneuerbaren-Stromerzeugung bis 2030 auf rund 426 TWh steigen muss. Die verbleibenden 229 TWh könnten dagegen durch fossile Energieträger wie Kohle und Gas gedeckt werden.

Kein Platz für Kohle 
Würde diese Menge allein durch Gaskraftwerke gedeckt, läge der CO2-Ausstoß im Jahr 2030 bei rund 85,9 Mio. t und damit bereits über dem vorgesehenen Budget.

Würde auf CO2-intensivere Kohlekraftwerke zurückgegriffen, wäre das Budget rechnerisch noch früher aufgebraucht. 

„Erst beschließt die Bundesregierung einen enorm teuren Kohleausstieg bis 2038, der durch den steigenden CO2-Preis ohnehin viel früher gekommen wäre. Jetzt gibt sie zu, dass sie die Kohle schon bis 2030 abgeschrieben hat“, sagte Weeser.

Zudem müsste sich die Erzeugung aus Gaskraftwerken deutlich steigern, nachdem im Jahr 2020 von Gaskraftwerken laut Ageb-Daten nur 91,9 TWh erzeugt wurden. 

„Seit Jahren zeigt sich aber, dass niemand [Gaskraftwerke] bauen will. Die Bundesregierung irrlichtert von Zielvorgabe zu Zielvorgabe, ohne dabei realistische Lösungen zu präsentieren“, kritisierte Weeser.

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