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CO2-Preisrisiko für Gas bringt Biomasse ins Spiel – Enviva

StromBiomassePolitik

22 Sept 2020 12:37

Photo: Shutterstock.com

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Frankfurt

22 Sept 2020 12:37

(Montel) Die Umrüstung von Steinkohlekraftwerken auf Biomasse gewinnt mit steigenden CO2-Preisen an Attraktivität, besonders wenn vor Ort keine Gas-Infrastruktur vorhanden ist, erwartete der Deutschlandchef des US-Holzpellet-Herstellers Enviva im Montel-Interview.

„Das Gas ist billiger, aber es enthält eben eine CO2-Komponente, die auf lange Sicht ein ernstzunehmendes Preisrisiko darstellt“, sagte Benedikt von Butler. 

Der Preis für eine ausgestoßene Tonne CO2 in der Stromerzeugung liegt derzeit bei rund 26 EUR/t. Allerdings könnte der Preis mit einer Erhöhung des EU-Klimaziels im Verlauf des kommenden Jahrzehnts auf über 50 EUR/t steigen, hatten Analysten kürzlich erwartet.

Anders als bei den fossilen Brennstoffen müssen bei der Stromerzeugung aus zertifizierter Biomasse keine EUA zum Ausgleich der CO2-Emissionen gekauft werden. Deutschland will bis 2038 aus der Kohleverstromung aussteigen. Neben umfangreichen Kraftwerksschließungen besteht aber auch die Möglichkeit zu einer Umrüstung auf Gas oder Biomasse.

Grundsätzlich eigneten sich alle Steinkohlekraftwerke für eine Umrüstung auf Biomasse, weil sich die vorhandene Schüttgutinfrastruktur auch für Holzpellets einsetzen lasse, so von Butler.

Mit einer vorhandenen Gasinfrastruktur am Kraftwerksstandort würden sich zwar kurzfristig Wettbewerbsvorteile gegenüber der Biomasse ergeben, sagte der Enviva-Manager. Diese würden allerdings mit der Zeit mit Blick auf die angestrebte Klimaneutralität in Deutschland und Europa schwinden. 

Ab welchen CO2-Preisniveau Biomasse einen endgültigen Vorteil über Gas bringt, bezifferte von Butler nicht und verwies auf die zusätzliche Abhängigkeit vom Gaspreis. Der Gaspreis schwankte allein in den vergangenen 24 Monaten stark, der deutsche Day-Ahead im Marktgebiet Net Connect Germany etwa zwischen knapp 30 EUR/MWh und weniger als 3 EUR/MWh.

Potenziale, Hindernisse 
Bis 2030 sollen rund 12 GW an Steinkohle aus dem Markt scheiden, wovon sich 1-4 GW für eine Umrüstung anbieten würden, sagt er.

Zu möglichen Umrüstkandidaten zählen laut Medienberichten das EBNW-Steinkohlekraftwerk in Rostock (514 MW) sowie das Onyx-Kraftwerk Wilhelmshaven (731 MW). Dem Hamburger Kraftwerk Moorburg (1,6 GW) droht statt einer Umrüstung dagegen das Aus, nachdem Betreiber Vattenfall bereits in die erste Stilllegungsauktion geboten hat.  

Zudem stehe aktuell noch eine Überarbeitung der Förderrichtlinien für erneuerbare Wärme aus, die für eine Entscheidung zur Umrüstung für die Kraftwerksbetreiber „von großer Wichtigkeit“ sei, sagte von Butler. 

Um den Biomassemarkt in Deutschland aufzubauen, der noch „in den Kinderschuhen“ stecke, arbeite Enviva auch mit Partnern zusammen. „Wir verfolgen ganz explizit einen Partnerschaftsansatz und sind im engen Austausch mit deutschen Pellet-Herstellern“, so von Butler. 

Enviva schließe üblicherweise langfristige Lieferverträge mit Kraftwerksbetreibern ab und garantiere so eine langfristige Planungssicherheit, mit der Projekte besser finanziert werden könnten. 

Deutsche Pellet-Hersteller könnten im Rahmen einer Kooperation einen Teil der langfristigen Lieferverbindlichkeiten übernehmen. Falle der deutsche Lieferant aus, beschaffe Enviva die vereinbarten Mengen, erklärte von Butler.

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